MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation) – Kreidezähne

Freitag 18. Jun

Liebe Patienten,

öfters wird bei Kindern die Diagnose MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation) gestellt. Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) stellt eine entwicklungsbedingte Erkrankung der Zahnhartsubstanz dar, bei der es bereits vor dem Durchbruch der betroffenen Zähne in der Mundhöhle zu gelblich-bräunlichen bzw. weißlich-cremefarbenen Flecken auf einem oder mehreren ersten bleibenden Backenzähnen (Molaren) kommt. Die Zähne sind an scharf abgegrenzten Stellen verfärbt, weniger hart und brüchig wie Kreide. Daher ist auch der Name „Kreidezähne“ geläufig. Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation macht die Zähne überempfindlich. MIH-Zähne sind oftmals stark temperatur- und berührungsempfindlich, was alltägliche Aktivitäten, wie z.B. das Zähneputzen oder Essen und Trinken heißer oder kalter Nahrungsmittel und Getränke schmerzhaft machen kann. MIH-Zähne sind deutlich kariesanfälliger als gesunde Zähne und müssen meist schon frühzeitig zahnärztlich behandelt werden müssen.

Die bleibenden Schneidezähne (Inzisiven) sind seltener und meist weniger stark betroffen. MIH ist nach Karies die zweithäufigste Zahnerkrankung bei Kindern. Mindestens 450.000 Kinder in Deutschland leiden unter Kreidezähnen, die behandelt werden müssen. Das sind rund acht Prozent aller Sechs- bis Zwölfjährigen. (Quelle: ZM Online 12/2021)

Oft wir bei der Diagnose von MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation) gefragt, was der Grund für die Erkrankung ist. Die Ursachen für Kreidezähne sind noch ungeklärt. Einig ist sich die Fachwelt nur darüber, dass bei den Betroffenen die Funktion der zahnschmelzbildenden Zellen, der Ameloblasten, gestört sein muss. Damit läuft die Zahnschmelzbildung (Amelogenese) nicht richtig ab. Herausgefunden wurde außerdem, dass Antibiotika eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Erkrankung spielen können. In den ersten 4 Lebensjahren können Antibiotikaverordnungen eine MIH begünstigen.

Die Früherkennung und Prävention sind auch hier das A und O. Eine Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation kann bereits beim Zahndurchbruch erkannt werden. Eine frühzeitige Erkennung des Krankheitsbildes mit engmaschiger, intensiver Betreuung und Einleitung therapeutischer Maßnahmen ist ausschlaggebend, um einen weiteren Verlust von Zahnschmelz entgegenzuwirken und einen Zahnerhalt langfristig zu sichern. Wenn mit dem Durchbruch des ersten Zahns eine präventive Betreuung beginnt, wird mittels Prävention das Fundament für eine spätere dauerhafte Mundgesundheit gelegt. Wir empfehlen daher frühzeitig regelmäßige Zahnarztbesuche, um die Kinder frühzeitig spielerisch an eine gute Zahngesundheit heranzuführen und auch Ihnen als Eltern mit Rat  und Tat zur Seite zu stehen.

Gerne beantworten wir Ihre weiteren Fragen in einem persönlichen Gespräch vor Ort.

Alles Gute
Ihre Praxis Zahnleben